Selbstbeobachtung

Grundregeln zur Autovision in der Spieltherapie nach nooanalytischen Gesichtspunkten

Diagnostik:
Beachtung der eigenen Affinitäten zum (in der Supervision) eruierten LS der Klienten. Nachlesen von Informationen über die einzelnen LSB und ggf. „Zusatzausstattungen“ (GPS, SDV, DN).
Nebenbei: Wenn irgend möglich, sollte ein EKG als Hilfe für die Diagnose gemacht werden.

Sachliche Informationen
müssen vor Vergabe überprüft werden. Spielsituationen, die Rollen erwarten, müssen vorher auf ihren Realitätsbezug untersucht werden.

Planungen
für Sessions müssen vom Gesamtkonzept der speziellen Therapie ableitbar sein. Ihre bloß formale Umsetzung ohne Rücksicht auf neue Impulse ist Kö-mäßig (Menschsein der Form nach).
Entscheidungen für eine Spielform sind abhängig vom Entwicklungsstand der Klienten.
PC-Spiele unterliegen dem gleichen Gedanken. Sie sollten den Spieltherapeutinnen und Spieltherapeuten (ST) auf jeden Fall bekannt sein.

Präzise Formulierungen
sind Pflicht (und Noohygiene für sich selbst), besonders gilt das für Begriffe des pathischen Systems und die Modi (Vorsicht vor getarnten Imperativen, z. B. konjunktivische Aufforderungen). Direktiven sind nur gelegentlich bei vorhandener DN hilfreich (um imitatives Lernen zu starten), ansonsten sind sie Hinweise auf A2-Gewalt, die von aufmerksamen Klientinnen per Rache (Testing, Störungen, Abdrehen o. ä.) beantwortet wird.

Symbolhafte Äußerungen
und Verhaltensweisen der Klientin wahrnehmen und durch Zeigen lassen (Spielen lassen) weitere Informationen suchen (ggf. auch einfach nachfragen).

Da subjektive Selbsteinschätzungen nicht immer treffsicher die Wirklichkeit darstellen, muss die Erfassung der eigenen Situation immer wieder mal neu Aufschluss geben:
ADog: Fähigkeiten und aktuelle Möglichkeiten: Was tue ich tatsächlich? (Konkretion)
A0: Selbstvorstellung und “Problem”: was stört? Wie weit regrediere ich tatsächlich?
A1: Umgang: Interaktion und Integration (wer spielt mit wem oder mit was? Ausstieg der Klienten durch Start einer anderen Beteiligung?)
A2: Motivationsforschung: Wie genervt bin ich wirklich?
A3: Entwicklungsverlauf und Entwicklungsmöglichkeiten: Was habe ich mittlerweile dazugelernt?

Nach jedem Arbeitstag sollte die Frage geklärt werden:
In welchen Situationen erkenne ich mich am ehesten wieder? Weshalb? Was ist mit den anderen Situationen (eigenes furchtsames Verhalten nicht übersehen!).

Dieser Text von W.A.Siebel spielt bei der Weiterbildung eine wesentliche Rolle.

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