Gesellschaft

Aktionsfeld Gesellschaft

Gesellschaft, das sind meist nur die anderen. Die Gesellschaft wird als Gegenüber empfunden oder als normgebend oder überbeanspruchend oder ... oder. Die individuelle Weltsicht bestimmt, wie wir die anderen sehen und wie wir mit ihnen umgehen wollen. Im Alltag gibt es normalerweise keinen ständigen Zwang zum Umgang mit anderen. Und doch kann kein Mensch ohne andere Menschen leben, es sei denn, er ginge als Erwachsener mit ausreichenden Fähigkeiten zur Selbstversorgung in die Eremitei. Wer das gerne möchte, jedoch nicht wirklich wagen will, kann per Phantasie ein Inseldasein führen, ohne dass ihn jemand daran hindern könnte.

Doch es dürfte klar sein, dass der Mensch auch auf diesem Aktionsfeld der zur Sinnfindung herausgeforderte Mensch bleibt. So gehört hierher auch der Umgang mit Spielen. Im Umgang mit der Spielsituation, mit dem Spielmaterial, mit den Grenzen der Spielregeln und mit der Spielstrategie - überall gibt der Mensch seine Stellungnahme zum “leben” ab durch die Art seines Umganges. Hierbei und besonders auch beim Umgang mit dem, was man als Hobby bezeichnet, wird der Lebensstil als persönliche Heilslehre in deutlicher Weise erkennbar. Die Auswirkungen des individuellen Tuns auf die soziale Umgebung bleiben dem Einzelnen nicht selten verborgen; um so mehr muss er sich darüber klar werden, dass er in seinem Tun lebendige Verkündigung seiner privaten Heilslehre darstellt.

Wesentliche Aufgabe auf diesem Aktionsfeld ist die Erhaltung der inneren Freiheit des Menschen, damit sein Tun wirklich angemessene Antwort auf die Herausforderung des Spielwiderfahrnisses ist. Der Zwang zur Einpassung, zur Geselligkeit und zu nur noch nachbarschaftlicher Übereinstimmung ist eher ein Zeichen der Unfreiheit. Doch Geselligkeit, Freundschaft und Kameradschaft werden dort zur Bereicherung des eigenen “lebens”, wo sie aus Überzeugung gewollt und nicht auf Kosten anderer Aktionsfelder praktiziert werden. Fehlen sie ganz und gar, besteht die Gefahr der Isolierung und der geistigen Verarmung. (Zu diesem Thema siehe auch “Individuum und Gemeinschaft” in GuG S. 144 ff, hier besonders S. 167 ff., ISBN 3-89379-088-8, ISSN 0930-1992)

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